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Ein Blick auf leere Yogaklassen aus astrologischer Sicht

In den vergangenen Tagen wurden mir immer wieder Posts von Yogalehrer*innen in meine Social Media Feeds gespült, die sich thematisch mit leeren Klassen beschäftigten. Es scheint sich dabei weder um ein Problem einzelner, weniger Studios zu handeln, noch scheint es sich auf den deutschsprachigen Raum zu begrenzen. Da wir geradewegs auf einen Neumond in der […]

Ein Blick auf leere Yogaklassen im Jahr 2022 aus astrologischer Sicht

In den vergangenen Tagen wurden mir immer wieder Posts von Yogalehrer*innen in meine Social Media Feeds gespült, die sich thematisch mit leeren Klassen beschäftigten. Es scheint sich dabei weder um ein Problem einzelner, weniger Studios zu handeln, noch scheint es sich auf den deutschsprachigen Raum zu begrenzen. Da wir geradewegs auf einen Neumond in der Jungfrau zusteuern, die sich ja liebend gerne mit Gesundheit und Heilung beschäftigt, und weil das Saturn Uranus Quadrat nochmal in den Fokus rückt, dachte ich mir, wir schauen uns dieses „Problem“ einfach mal aus der astrologischen Perspektive an.

Ich möchte an dieser Stelle vorweg nehmen, dass ich weder Yogalehrerin bin, noch Yoga praktiziere. Meine letzte Yogaklasse liegt mittlerweile schon viele Jahre zurück. Ich wurde damals im Savasana zusammen mit allen anderen heimlich von der Lehrerin fotografiert. Das Bild landete bei Instagram. Und das beschreibt den Status Quo der Yogawelt bis ins Jahr 2019 meiner Meinung nach auch ganz gut. Der Kapitalismus hat rausgeholt, was rauszuholen war und, so wie es scheint, Yoga nun wieder ausgespuckt.

Wann ist der Markt gesättigt? Wann ist der Kipppunkt erreicht?

Ganz losgelöst von der Pandemie hätten wir uns daher vermutlich schon vor einigen Jahren fragen können, wie viele Menschen wohl eine Yogaausbildung absolvieren können, dann kurze Zeit später eigene Studios eröffnen, wo sie dann wiederum selbst anfangen auszubilden und parallel dazu mehrere Retreats im Jahr hosten!? Sowas lässt sich im Hinblick auf die Nachfrage ja nicht ins Unendliche steigern. Aber was genau ist in den letzten Jahren passiert, dass die Klassen nun leer bleiben?

Vom materialistischen Erdzeitalter ins humanistische Luftzeitalter

Seit 2020 verändert sich die Welt, in der wir leben, spürbar. Oberflächlich mag das mit der Pandemie zu tun haben. Das Grundrauschen, das diesem Shift innewohnt, lässt sich astrologisch allerdings durch das Ende des Erdzeitalters und den Beginn des Luftzeitalters erklären. Wir befinden uns nach wie vor in einer Art Geburtskanal, der sich bisweilen wie ein luftleerer Raum anfühlen kann. Auf dem Weg durch diesen Kanal merken wir, wie die grundlegenden Werte sich verändern. Was 2019 funktioniert hat, wird uns in den nächsten 200 Jahren nicht mehr zwingend tragen. Ein schönes Beispiel hierfür ist, wie wir uns aktuell an fossilen Energien festkrallen. Aber heute soll es ja um leere Yogaklassen gehen. Daher möchte ich das Thema im Folgenden mal in 5 Punkte unterteilen, die zum Teil auch aus meinen eigenen Erfahrungen mit Veranstaltungen im Hinblick auf unser Sound Bath resultieren.

1. Pranayama mit Infektionsangebot

Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber ich habe es so wahrgenommen, dass Yogastudios seit dem „Freedom Day“ am 20. März wieder so arbeiten wie vor der Pandemie. Es gibt weder Test-, noch Raumluft-Konzepte. Und das, obwohl viele Menschen unterschiedlicher Haushalte in geschlossenen Räumen zusammenkommen, um gemeinsam tief zu atmen.

Der allgemeine Tenor der Yogalehrer*innen, der mir in den Feed gespült wurde, sah das Problem in der Unverbindlichkeit der Gästeschaft. Das hat mich ehrlich gesagt sehr irritiert. Wir hatten vergangenen Monat 20 mal so viele Covid Tote wie 2020. Und 4 mal so viele wie 2021. (Quelle) Inwiefern kann ich als Betreiber*in eines Yogastudios erwarten, dass mir die Leute 2022 die Bude einrennen, wenn ich keinerlei Test- oder Sicherheitskonzepte anbiete?

Ich weiss, ich weiss, ich bin mal wieder die Spaßbremse, die den Finger in die Wunde legt und alle daran erinnert, dass der ganze Scheiss noch nicht vorbei ist. Aber wer aktuell ohne Maske indoor in der Gruppe Yoga praktiziert, muss damit rechnen, sich zu infizieren. Können wir es den Menschen wirklich übel nehmen, wenn sie dieses Infektionsangebot nicht annehmen? Ein „Leben mit dem Virus“ ist nicht gleichbedeutend mit einem Leben, als gäbe es kein Virus. Es bedeutet viel mehr, dass wir stabile Raumluftkonzepte an den Start bringen müssen, damit Menschen wieder praktizieren können, ohne sich zu infizieren.

2. Fehlende Distanz zu Geschwurbel

Die letzten 2,5 Jahre haben offen gelegt, mit welcher Geisteshaltung viele Menschen innerhalb der spirituellen Szene unterwegs sind. Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber in meiner Welt hat Antisemitismus oder mit Nazis „spazieren gehen“ nichts mit Ahimsa zu tun. Umso erstaunlicher ist es, dass es kaum Studios gibt, die sich klipp und klar von diesem rechten Schwurbel-Mob distanzieren. Ich weiss, das ist anstrengend. Ich weiss, das kostet Kraft. Und ja, ich könnte mir auch Schöneres vorstellen, als Hass-Mails von Querdenker*innen zu löschen. Gleichzeitig sorgt diese klare Positionierung aber augenscheinlich dafür, dass unsere Sound Bath Kurse auch weiterhin funktionieren. Und das, obwohl wir 2022 mehr Termine anbieten als 2021.

Wie inklusiv ist das eigene Angebot, wenn wir es so gestalten, dass der rechte Rand es feiert? Wen wollen wir erreichen? Wer soll bei uns die Matte ausrollen? „Spaziergänger“ oder auch die zahlreichen jungen und mittelalten Menschen, die vorerkrankt sind, ohne dass man es ihnen ansieht? Was spricht gegen einen öffentlich einsehbaren Ethik Kodex? Worauf ich hinaus will: Im Luftzeitalter ist Menschlichkeit ein großes Ding. Und ich bin mir sicher, dass viele bodenständige Menschen, die bis 2019 noch regelmäßig im Studio die Matte ausgerollt haben, sich wegen dieser fehlenden Distanz zu Querdenken und Eso-Nazis zurückgezogen haben.

3. Die Realität: Long Covid und ME/CFS

Darüber hinaus macht es aber auch Sinn, sich nochmal vor Augen zu führen, wie viele Menschen bereits infiziert waren und dass die Hauptzielgruppe der meisten Yogastudios auch die Hauptzielgruppe für Long Covid ist. Nur weil es (noch) keine offiziellen Zahlen gibt, heisst das nicht, dass nicht tausende junge und mittelalte Frauen durch Long Covid aus dem Leben geschossen wurden. Es dürfte also sehr viele ehemals Übende geben, die liebend gerne wieder Yoga praktizieren würden, es aber nicht mehr können. Diese Menschen sind nicht sichtbar und wir hören sie auch nicht, weil sie zu erschöpft sind, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Aber sie liegen zuhauf in abgedunkelten Zimmern und warten auf Medikamente, die ihnen vielleicht eines Tages helfen werden.

4. Steigende Lebenshaltungskosten und Inflation

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs kickt die Inflation voll rein. Und davon sind wir ja alle betroffen. Auch der Cosmic Vibes Shop verzeichnet deutlich weniger Sales. Alles, was wir für unser Sound Bath einkaufen müssen, wurde teurer und sogar Paypal hat die Gebühren erhöht. Das ist alles nicht cool und hat zur Folge, dass die meisten von uns auch weniger konsumieren. Da ist es nur logisch, dass die Menschen sich nicht mehr ohne mit der Wimper zu zucken für ein Retreat anmelden, das mehr als 1.000€ kostet. Im Hinblick auf steigende Energiekosten werden sich viele Menschen überlegen, was ihnen wichtiger ist. Das Yogaretreat oder der Familienurlaub. Und ich fürchte, in solchen Zeiten zieht das Yoga Retreat dann einfach den Kürzeren. Aber ist dieses Überangebot an Retreats überhaupt noch zeitgemäß? Wäre es nicht klug, kreative, neue Angebote zu bezahlbaren Preisen an den Start zu bringen, die die Menschen genau dort abholen, wo sie gerade stehen!?

5. Online vs. Offline

Zu Beginn der Pandemie konnten wir beobachten, wie flexibel viele Yogalehrer*innen auf die neue Situation reagierten und wie sich die komplette Branche gefühlt in Lichtgeschwindigkeit digitalisierte. Auf mich hatte es den Anschein, dass der Fokus dann aber wieder zurück ins Studio gewandert ist, als die Auflagen es wieder zugelassen haben. Digital läuft seitdem zwar irgendwie parallel mit, aber der Fokus liegt wieder auf dem Üben vor Ort. Im Hinblick auf das Luftzeitalter wäre es unter Umständen klüger gewesen, den Fokus auf den Ausbau der digitalen Strukturen zu legen und dieses digitale Erlebnis für die Nutzer*innen so ansprechend, flexibel und unkompliziert wie möglich zu gestalten. Ein schönes Beispiel hierfür ist das „Rose Of Fire“ Yoga Online Studio von Wanda Badwal. (Würde mich nicht wundern, wenn sie Wassermann Placements hat.) Wer einfach nur eine Kamera in den Live Klassen aufstellt und sich wundert, warum kaum noch jemand die Online Klassen bucht, könnte sich das eigene Online Angebot nochmal genauer anschauen. Handelt es sich dabei wirklich um eine attraktive digitale Dienstleistung oder viel mehr um ein lästiges Überbleibsel aus Zeiten des Lockdowns?

Das Yogastudio im Luftzeitalter

Wenn wir uns anschauen, wie das Yogastudio im Luftzeitalter aufgebaut ist, dann blicken wir auf digitale, flexible und humanistische Konzepte. In einer Zeit, die durch die Werte des Wassermanns geprägt ist, werden die Menschen höchstwahrscheinlich verstärkt digitale Angebote in Anspruch nehmen und sie werden die Teilnahme an diesen Angeboten höchstwahrscheinlich auch nicht mehr Wochen im Voraus planen. Hier ist also Flexibilität gefragt. Darüber hinaus könnte es zweifelsohne von Vorteil sein, wenn die angebotenen Klassen so inklusiv und barrierefrei wie möglich sind. Das fängt bei der Sprache an und hört bei kultureller Aneignung auf. Und dann stecken wir ja auch immer noch in dieser nervigen Pandemie. Wenn wir also wollen, dass die 38-Jährige mit Risikokind wieder unsere Yogaklassen besucht, können wir nicht länger so tun, als wäre der ganze Bums vorbei. Wenn Zahnarztpraxen es schaffen, sichere Raumluftkonzepte an den Start zu bringen, dann können Yogastudios das doch auch!?

Die Studio Betreiber*innen auf Instagram sagen, die Kund*innen wollen sich einfach nicht mehr festlegen. Zu viele Möglichkeiten seit es keine Regeln mehr gibt. Aber vielleicht ist ja auch das eigene Angebot einfach nicht mehr zeitgemäß? Sich an alten Zeiten festzukrallen wie Markus Söder an russischem Gas, bringt uns alle keinen Millimeter weiter.

Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass es sehr viele Menschen gibt, die Gruppenveranstaltungen mit einem stabilen Sicherheits- und Hygienekonzept zu schätzen wissen. Und nochmal: Ja, es ist anstrengend. Wir werden zeitnah einen Community Sound Bath Track aufnehmen, von dessen Einnahmen wir weitere Luftfilter für den Herbst anschaffen werden. Es braucht nun kreative Ideen, einen beweglichen Geist und eine humanistische Grundhaltung.

Machen wir doch einfach was draus!


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